Viele Menschen, die in Österreich leben und arbeiten, sind im Nationalrat und in der Bundesregierung kaum oder gar nicht vertreten. Das zeigt eine aktuelle Analyse des gewerkschaftsnahen
Momentum Instituts. Demnach ist etwa ein Fünftel der Erwerbstätigen aufgrund fehlender österreichischer Staatsbürgerschaft von demokratischen Prozessen ausgeschlossen.
Auch hinsichtlich Geschlechterverteilung und beruflichem Hintergrund gibt es große Unterschiede: Im Nationalrat sind deutlich weniger Frauen vertreten als in der Erwerbsbevölkerung. Gleichzeitig sind Führungskräfte überrepräsentiert. Der Anteil junger Menschen zwischen 18 und 29 Jahren ist im Parlament vergleichsweise niedrig, ebenso jener der Generation 60 plus.
Dabei sollten Abgeordnete die Bevölkerung möglichst umfassend repräsentieren – immerhin beschließen sie Gesetze und kontrollieren die Regierung. Faktoren wie Lebenserfahrung, Beruf, Geschlecht und Herkunft beeinflussen wesentlich, welche politischen Entscheidungen getroffen werden, betont das Momentum Institut.
Die Analyse zeigt jedoch: In diesen sozioökonomischen Aspekten bestehen erhebliche Unterschiede zwischen der Bevölkerung und den politischen Entscheidungsträgern Österreichs. Foto-Peter Binter, Wikimedia commons.