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Zwei besonders brutale Überfälle im Rahmen der sogenannten „Hate-Crime“-Serie sollen im Oktober 2024 im Bundesland Salzburg verübt worden sein. Das berichteten die Salzburger

Nachrichten am Mittwoch. In beiden Fällen wurden offenbar Männer durch fingierte Verabredungen mit jüngeren Frauen in eine Falle gelockt.

Zwei Tatorte: Pongau und Pinzgau

Laut dem Bericht ereigneten sich die Überfälle im Pongau und im Pinzgau. Im Pongau wird von der Polizei wegen versuchten Mordes ermittelt. Ein Mann wurde unter dem Vorwand, eine jüngere Frau treffen zu können, in einen Park gelockt. Dort sei er hinterrücks brutal niedergeschlagen, mit einem Baseballschläger verprügelt und mit schweren Stiefeln gegen den Kopf getreten worden. Das Opfer erlitt dabei mehrere Knochenbrüche. Außerdem wurde er mit Pfefferspray attackiert und ihm der Kopf kahl rasiert.

Treffen mit angeblich 16-Jähriger endet mit Prügelattacke

Im zweiten Fall im Pinzgau wurde ein Mann über eine Dating-Plattform und anschließend über den Messenger-Dienst Telegram zu einem sexuellen Treffen mit einer angeblich 16-jährigen Frau auf einem Parkplatz gelockt. Dort erschien zwar eine junge Frau – allerdings auch mehrere maskierte Männer. Diese schlugen laut SN das Opfer nieder, traten auf ihn ein und besprühten ihn mit Pfefferspray. Auch hier erlitt der Mann erhebliche Verletzungen.

U-Haft über 13 Verdächtige verhängt

Vier der insgesamt 13 derzeit in Untersuchungshaft befindlichen Verdächtigen stammen laut der Zeitung aus Salzburg – drei Männer und eine Frau. Ihnen wird vorgeworfen, direkt an den Überfällen im Pongau und Pinzgau beteiligt gewesen zu sein. Die rechtliche Vertretung übernehmen unter anderem die Salzburger Anwälte Kurt Jelinek und Jürgen Pföstl.

Selbsternannte „Pädophilenjäger“ als Täter

Die mutmaßlichen Täter, insgesamt 13 junge Männer und Frauen im Alter zwischen 14 und 26 Jahren, sollen sich als „Pädophilenjäger“ verstanden haben. Bisher sind 14 solcher Überfälle bekannt geworden – viele davon wurden gefilmt. Die Polizei hat insgesamt 18 Verdächtige festgenommen. In Zusammenhang mit den Attacken wurden Hausdurchsuchungen an 26 Standorten in sieben Bundesländern durchgeführt, darunter vier in Salzburg.

Die Ermittlungen werden von der Landespolizeidirektion Steiermark geleitet. Eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe mit dem Namen „Venator“ (lateinisch für „Jäger“) untersucht die Fälle. Die Täter sollen ihre Opfer gezielt über gefälschte Profile auf Dating-Plattformen in die Falle gelockt haben.

Nicht nur homosexuelle Männer betroffen

Die Überfälle richteten sich offenbar nicht ausschließlich gegen homosexuelle Männer. Auch heterosexuelle Männer wurden durch angebliche Treffen mit jungen Frauen zur Zielscheibe. Zudem lassen sich nicht alle der Beschuldigten eindeutig dem rechtsextremen Milieu zuordnen. Foto-Plani, Wikimedia commons.