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Michael Simmer wurde am Samstag in Langenlois zum neuen niederösterreichischen Superintendenten ernannt. Der 41-jährige gebürtige Wiener erhielt im achten Wahlgang die erforderliche

Zweidrittelmehrheit.

Er folgt damit Lars Müller-Marienburg nach, der im vergangenen Oktober nach sieben Jahren an der Spitze der Superintendentur im Bundesland aus persönlichen Gründen zurückgetreten war. Insgesamt hatten sich drei Bewerber und eine Bewerberin zur Wahl gestellt.

Im achten Wahlgang erhielt Simmer laut dem Evangelischen Pressedienst für Österreich (epdÖ) 58 von 69 Stimmen, der bisherige Fachinspektor für den Evangelischen Religionsunterricht an höheren Schulen in Niederösterreich. Elf Stimmen waren ungültig.

Nach dem siebten Wahlgang im Hotel Schloss Haindorf in Langenlois hatte die Schwechater Pfarrerin Alexandra Battenberg ihre Kandidatur zurückgezogen. Zu diesem Zeitpunkt fehlte Simmer eine Stimme für die Zweidrittelmehrheit. Angetreten waren auch Markus Fellinger, Lebensberater und Leiter der Gefängnisseelsorge in Niederösterreich, sowie Daniel Vögele, Pfarrer im deutschen Baiersbronn. Beide hatten ihre jeweilige Kandidatur nach dem sechsten Wahlgang zurückgezogen.

Simmer wird sein Amt nach Angaben des epdÖ am 1. September antreten. 

„Mit großer Freude und Demut“

„Mit großer Freude und Demut“ nahm Simmer die Ernennung zum Superintendenten an. Er wolle nach der Vakanz nun Stabilität in die Diözese bringen. Auch wenn sich langfristig an der äußeren Gestalt der Kirche einiges ändern werde, „kann ich aus meinem Glauben mit großer Freude, Begeisterung und Zuversicht in die Zukunft gehen“. „Fürchte dich nicht, lebe mutig und verantwortungsvoll“ sei jedenfalls „eine anschlussfähige Botschaft“, zeigte sich der 41-Jährige überzeugt.

„Ich bin mir sicher, dass Superintendent Simmer mit Weitblick, Engagement und Freude seine ganze Kraft für die Menschen in unserer Evangelischen Kirche in Niederösterreich einsetzen wird“, blickte Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour voraus. Sie wird als höchste weltliche Vertreterin künftig gemeinsam mit dem neuen Superintendenten die Diözese leiten.

Studium der Evangelischen Theologie in Wien und Bern

Der 1982 in der Bundeshauptstadt geborene Simmer studierte Evangelische Theologie in Wien und Bern. Das Vikariat absolvierte er in der Pfarrgemeinde Amstetten-Waidhofen/Ybbs, seine Zeit als Pfarramtskandidat verbrachte er als Jugendpfarrer in Niederösterreich – eine Stelle, die er in der Folge einige Jahre innehatte. Seit 2019 ist Simmer Fachinspektor für den Evangelischen Religionsunterricht an höheren Schulen und Leiter des Schulamts der Superintendenz Niederösterreich.

Gewählt wurde er von den Mitgliedern der Superintendentialversammlung, bestehend aus Delegierten aller niederösterreichischen Evangelischen Pfarrgemeinden. Zu den Aufgaben des für die Dauer von zwölf Jahren ernannten Superintendenten gehört die geistliche Leitung der Diözese, die in Niederösterreich in 28 Pfarrgemeinden etwa 35.000 Mitglieder zählt. Foto-Peter Gugerell, Wikimedia commons.