
Die deutsche Wirtschaft zeigt nach einer langen Durststrecke erste zaghafte Lebenszeichen – doch der Aufschwung beginnt nur langsam. Nach neuen Prognosen des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung (DIW) dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2025 lediglich um 0,2 % wachsen. Damit liegt die Erwartung sogar noch unter der Juni-Prognose von 0,3 %.
Bemerkenswert ist: Diesmal wird der Aufschwung nicht wie gewohnt vom Export getragen, sondern vor allem von der Binnenwirtschaft – allen voran von staatlichen Ausgaben. Laut DIW-Chefökonomin Geraldine Dany-Knedlik sorgen Investitionen in Infrastruktur und Klimaprojekte, höhere Verteidigungsausgaben sowie steuerliche Anreize für Unternehmen für neuen Schwung.
In den Folgejahren dürfte das Wachstum deutlich an Fahrt gewinnen. Für 2026 rechnet das DIW mit einem Plus von 1,7 %, für 2027 mit 1,8 %. Dann sollen private Haushalte und Unternehmen die Konjunktur stärker antreiben und so die nachlassenden Impulse aus dem Außenhandel teilweise auffangen.
Langfristig bleiben jedoch große Herausforderungen bestehen: Die Produktivität wächst nur schleppend, der Fachkräftemangel verschärft sich, und hohe Energiekosten belasten die Industrie weiterhin.
Wie Dany-Knedlik betonte, werden die massiven staatlichen Investitionen zwar kurzfristig helfen – sie könnten jedoch die tiefer liegenden Strukturprobleme der deutschen Wirtschaft überdecken. Foto-Kiefer. from Frankfurt, Germany, Wikimedia commons.
