
Zug bleibt unangefochten an der Spitze als wettbewerbsfähigster Kanton der Schweiz, dicht gefolgt von Basel-Stadt und Zürich, wie der aktuelle UBS-Kantonale Wettbewerbsindikator (CCI)
zeigt. Am unteren Ende der Rangliste landet Graubünden.
Der CCI berücksichtigt 57 Faktoren, die die langfristigen wirtschaftlichen Aussichten eines Kantons beeinflussen – von der Infrastruktur bis zum Arbeitsmarkt. Der Spitzenkanton erhält 100 Punkte, alle anderen werden proportional eingestuft. Eine tiefere Punktzahl bedeutet nicht zwingend schlechte Leistung insgesamt – nur geringere Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zur Spitze.
Klare Gewinner – und bekannte Nachzügler
Die Top drei sind seit der letzten Erhebung 2023 unverändert: Zug (100), Basel-Stadt und Zürich. Dahinter folgen Waadt, Aargau, Genf, Basel-Landschaft, Luzern, Schwyz und Schaffhausen in den Top Ten.
Am anderen Ende bleibt ebenfalls alles beim Alten: Graubünden (44), Wallis (44) und Jura (33) belegen die letzten Plätze. Die Geografie spielt hier eine große Rolle – Bergregionen wie Graubünden kämpfen mit schlechterer Erreichbarkeit und kleineren Märkten für Unternehmen.
Tessin macht kleine Fortschritte
Das Tessin kletterte um einen Rang auf Platz 20 mit 52 Punkten. Seine Wirtschaftsstruktur ist relativ stark (74 Punkte), doch der Arbeitsmarkt zieht das Ergebnis nach unten – dort liegt der Kanton mit nur 5 Punkten auf dem zweitletzten Platz.
Die Studie hebt auch Unterschiede *innerhalb* der Kantone hervor. So zeigt Lugano bessere Perspektiven als Bellinzona oder Mendrisiotto, während Chur in Graubünden deutlich dynamischer ist als viele umliegende Regionen.
Was treibt die Veränderungen an?
Die meisten Verschiebungen seit 2023 gehen auf Entwicklungen am Arbeitsmarkt und steigende Kosten zurück. UBS weist darauf hin, dass in mehr als der Hälfte der Schweizer Kantone die Erwerbsbevölkerung in den kommenden zehn Jahren stagnieren oder schrumpfen wird – eine große Herausforderung für die Wettbewerbsfähigkeit.
Steuern bleiben zwar wichtig, haben aber durch die neuen OECD-Mindeststeuerregeln an Gewicht verloren. Dennoch ist ein attraktives Steuersystem weiterhin ein entscheidender Faktor für Unternehmen bei der Standortwahl. Zunehmend spielen jedoch auch andere Kosten eine zentrale Rolle – etwa Wohnraummangel, steigende Mieten und höhere Strompreise.
Export-Risiken am Horizont
Die Studie warnt zudem vor Risiken im Zusammenhang mit der Exportabhängigkeit. Angesichts wachsender globaler Handelsbarrieren sind einige Kantone stärker gefährdet als andere. Nidwalden und Neuenburg etwa könnten besonders hart getroffen werden – fast die Hälfte ihrer Exporte geht in die USA, wo neue Zölle eingeführt wurden.
Größere Zentren wie Zürich, Waadt, Genf, Zug und Basel-Stadt sind hingegen besser aufgestellt, um diesen globalen Gegenwind abzufangen. Tessin und Graubünden liegen bei der Anfälligkeit gegenüber Handelsrisiken im Mittelfeld. Foto-Baikonur, Wikimedia commons.
