
Im zweiten Quartal 2025 berichteten fast 30 % der Österreicherinnen und Österreicher im Alter von 18 bis 74 Jahren, zumindest gelegentlich Einsamkeit zu empfinden,
wie die neuesten Daten von Statistik Austria zeigen. Das entspricht rund 1,8 Millionen Menschen, fast jeder Zehnte (8 %) gab an, sich „immer“ oder „meistens“ einsam zu fühlen.
Besonders betroffen sind junge Erwachsene und Menschen mit finanziellen Schwierigkeiten. Manuela Lenk, Generaldirektorin von Statistik Austria, betont die deutlichen Unterschiede: „Einsamkeit ist vor allem bei Menschen aus Haushalten verbreitet, die sich nicht leisten können, was allgemein als notwendig für einen angemessenen Lebensstandard gilt. In solchen Haushalten fühlten sich 35 % die meiste Zeit einsam, im Vergleich zu nur 6 % in Haushalten mit weniger Einschränkungen.“
Die Sozialerhebungen zu den Auswirkungen von Krisen zeigen, dass bestimmte Gruppen besonders stark betroffen sind. Unter 18- bis 34-Jährigen gaben 12 % an, sich ständig oder häufig einsam zu fühlen. Weitere stark betroffene Gruppen sind Alleinlebende (19 %), Alleinerziehende (12 %), Haushalte mit Arbeitslosigkeit (17 %) sowie Menschen mit niedrigem Einkommen (16 %).
Materielle und soziale Entbehrungen spielen ebenfalls eine große Rolle. Personen aus Haushalten, die von sieben oder mehr von 13 Entbehrungsindikatoren betroffen sind – etwa nicht in der Lage zu sein, Freunde einzuladen, an Freizeitaktivitäten teilzunehmen oder Grundbedarfsartikel zu ersetzen – gaben die höchsten Raten an ständiger Einsamkeit mit 35 % an.
Auch die Zeitnutzung zeigt die Tendenz zur sozialen Isolation. Daten der Erhebung 2021/2022 zeigen, dass Erwachsene zwischen 18 und 34 Jahren durchschnittlich über fünf Stunden pro Tag allein verbringen, während Personen im Alter von 50 bis 64 Jahren mehr als sechs Stunden allein sind. Erwachsene ab 65 Jahren verbringen täglich über sechseinhalb Stunden allein, wobei die Zeit für soziale Interaktionen mit zunehmendem Alter deutlich abnimmt. Frauen verbringen hingegen tendenziell etwas weniger Zeit allein und mehr Zeit in sozialen Kontakten als Männer.
Die Ergebnisse verdeutlichen die wachsende gesellschaftliche Herausforderung der Einsamkeit in Österreich, insbesondere unter jungen Erwachsenen, älteren Menschen und finanziell eingeschränkten Haushalten. Foto-jaocampoz, Wikimedia commons.
