Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hat heute ein Social-Media-Posting seiner Partei zu Ergebnissen des Integrationsbarometers verteidigt. Darin ging es um das Zusammenleben mit
Musliminnen und Muslimen in Österreich. Das Posting hatte zuvor auch bei den Koalitionspartnern SPÖ und NEOS Kritik und Irritation ausgelöst.
Karner betonte im Ö1-Morgenjournal, der verwendete Satz stamme aus einer „wissenschaftlichen Untersuchung“ eines „renommierten Instituts“. ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti zeigte sich über die entstandene Empörung überrascht und bezeichnete sie als „verwunderlich“.
Der Innenminister argumentierte, es handle sich um ein „Faktum“, dass es im Zusammenleben zwischen der österreichischen Bevölkerung und Muslimen immer wieder zu Diskussionen komme. Dies sei jedoch „keine Kritik an der Religionsgemeinschaft“, sondern lediglich das Ergebnis der Studie.
Das Posting war bereits vor einigen Tagen auf dem offiziellen Instagram-Kanal der Volkspartei erschienen. Anlass war die Präsentation des Integrationsbarometers, das im Auftrag des Integrationsfonds erstellt worden war. Darauf steht in großen weißen Lettern vor schwarzem Hintergrund: „Wusstest du, dass zwei Drittel das Zusammenleben mit Muslimen als schwierig empfinden?“
Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) äußerte sich besorgt über Ton und mögliche Wirkung des Postings. Sie warnte vor verallgemeinernden Diskussionen und davor, pauschale Aussagen über Musliminnen und Muslime zu verbreiten. Foto-DHSgov, Wikimedia commons.
