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Im Jahr 2025 ist die Zahl der Einbürgerungen in Österreich spürbar gestiegen. Insgesamt erhielten rund 25.000 Menschen die österreichische Staatsbürgerschaft. Das entspricht einem

Plus von 14,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die aktuellen Daten veröffentlichte am Mittwoch die Statistik Austria.

Auffällig ist dabei der hohe Anteil an Einbürgerungen ohne Wohnsitz in Österreich: Rund 38 Prozent der neu eingebürgerten Personen (9.583) leben nicht im Inland. Dabei handelt es sich überwiegend um Nachkommen von Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden.

Mehr Einbürgerungen bei Wohnsitz in Österreich

Deutlich stärker fiel der Anstieg bei Personen mit Wohnsitz in Österreich aus. In dieser Gruppe stiegen die Einbürgerungen um 19 Prozent. Von den rund 15.500 Menschen, die 2025 im Land lebten und eingebürgert wurden, war etwa jede bzw. jeder Fünfte in Österreich geboren.

„Im Jahr 2025 hat sich der Trend steigender Einbürgerungszahlen weiter fortgesetzt“, erklärte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin der Statistik Austria.

Herkunftsländer: Syrien vor Türkei und Afghanistan

Bei den in Österreich lebenden Eingebürgerten stellte Syrien das häufigste frühere Herkunftsland. Knapp 3.200 Personen – rund ein Fünftel – besaßen zuvor die syrische Staatsangehörigkeit. Es folgten Menschen aus der Türkei (rund 1.600) und aus Afghanistan (etwa 1.300 bzw. 8,4 Prozent).

Fast die Hälfte der Eingebürgerten waren Frauen, rund ein Drittel war jünger als 18 Jahre.

Wien mit stärkstem Anstieg

Regional betrachtet verzeichnete Wien den größten Zuwachs. In der Bundeshauptstadt wurden 5.078 Personen eingebürgert – ein Anstieg um 38,6 Prozent. Ebenfalls stark wuchsen die Zahlen in Vorarlberg (plus 37,2 Prozent auf 1.018) und Tirol (plus 23,6 Prozent auf 1.236).

Zuwächse gab es auch in Niederösterreich, der Steiermark, Kärnten und im Burgenland. Rückläufig war die Entwicklung hingegen in Oberösterreich, wo die Zahl der Einbürgerungen um 11,2 Prozent sank. In Salzburg blieb sie nahezu unverändert.

Kritik an niedriger Einbürgerungsrate

Trotz des Anstiegs bleibt die Einbürgerungsrate in Österreich niedrig. Sie lag 2025 vorläufig bei 0,8 Prozent, nach 0,7 Prozent im Jahr davor. Zum Vergleich: Der EU-Durchschnitt beträgt 2,6 Prozent.

Die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch kritisierte erneut die hohen Hürden beim Erwerb der Staatsbürgerschaft und sprach von einem internationalen Sonderweg Österreichs.

Scharfe Kritik kam hingegen von der FPÖ. Die Partei bezeichnete insbesondere den Anstieg bei Personen mit Fluchthintergrund als „besonders alarmierend“. Foto-Government of Austria, Wikimedia commons.