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Die Zahl der Frauen in Wissenschafts- und Ingenieurberufen in der Europäischen Union ist weiter gestiegen und hat 2024 einen neuen Höchststand erreicht.

Aktuellen Daten zufolge arbeiteten 7,9 Millionen Frauen als Wissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen in der EU – mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2008.

Der Aufwärtstrend zeigt sich seit über einem Jahrzehnt. 2008 waren rund 3,4 Millionen Frauen in diesen Berufen tätig. Bis 2014 stieg die Zahl auf 5,2 Millionen und setzte ihren kontinuierlichen Anstieg bis 2024 fort. Dies spiegelt schrittweise Fortschritte hin zu einer ausgewogeneren Geschlechterverteilung in hochqualifizierten Tätigkeiten wider.

Im Jahr 2024 machten Frauen 40,5 % aller Wissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen in der EU aus. Besonders hoch war ihr Anteil in wissensintensiven Dienstleistungen mit 45,1 %, dicht gefolgt vom Dienstleistungssektor insgesamt mit 45,0 %. Deutlich niedriger fiel der Frauenanteil im verarbeitenden Gewerbe aus, wo Frauen lediglich 22,4 % der Beschäftigten stellten. In anderen Wirtschaftszweigen lag der Anteil bei 23,6 %.

Zwischen den EU-Mitgliedstaaten bestehen erhebliche Unterschiede. Lettland verzeichnete 2024 mit 50,9 % den höchsten Frauenanteil in Wissenschaft und Technik. Es folgten Dänemark (48,8 %), Estland (47,9 %), Spanien (47,6 %) sowie Bulgarien und Irland (jeweils 47,3 %).

Am unteren Ende der Skala lag Finnland mit einem Frauenanteil von nur 30,7 %. Auch Ungarn (31,7 %), Luxemburg (32,4 %), die Slowakei (33,6 %) und Deutschland (34,6 %) lagen deutlich unter dem EU-Durchschnitt.

Auf regionaler Ebene (NUTS-1) waren Frauen in 11 EU-Regionen in der Mehrheit unter den Wissenschaftlern und Ingenieuren. Spanien führte mit vier Regionen: Canarias (58,8 %), Centro (52,5 %), Noroeste (52,4 %) und Sur (50,3 %). In Portugal erreichten die Região Autónoma dos Açores (57,3 %) und Madeira (56,4 %) ebenfalls hohe Werte. Weitere Regionen mit Frauenmehrheit waren Makroregion Centralny und Makroregion Wschodni in Polen, Severna i yugoiztochna in Bulgarien, Norra Sverige in Schweden sowie Lettland insgesamt.

Die geringsten Anteile weiblicher Fachkräfte wurden in Közép-Magyarország in Ungarn (30,0 %), Manner-Suomi in Finnland (30,7 %), Sud in Italien (31,1 %) sowie in mehreren deutschen Regionen, darunter Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen, registriert.

Die Veröffentlichung der Daten fällt mit dem 11. Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft am 11. Februar zusammen und unterstreicht sowohl die erzielten Fortschritte als auch die weiterhin bestehenden Herausforderungen auf dem Weg zur Geschlechtergleichstellung in Wissenschaft und Technik. Foto-Mossadegh-keller and Mailfert, Wikimedia commons.