Kultur

Wirtschaft

 

Deutschlands Außenminister Johann Wadephul hat am Sonntag die zentrale Bedeutung der transatlantischen Beziehungen betont, als er zu einer diplomatisch wichtigen

Reise nach Washington aufbrach. Der Besuch findet in einer sensiblen Phase statt, da Spannungen über US-Interessen in Grönland sowie über das Vorgehen Washingtons in Venezuela zugenommen haben.

Vor seiner Abreise in Berlin erklärte Wadephul, die Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten sei für Deutschland von entscheidender Bedeutung, um die internationale Ordnung aktiv mitzugestalten. „Nie zuvor war es so wichtig, in die transatlantische Partnerschaft zu investieren, um weiterhin handlungsfähig bei der Gestaltung der Weltordnung zu bleiben“, sagte der Minister.

Die Reise erfolgt vor dem Hintergrund diplomatischer Differenzen, da der strategische Fokus der USA auf Grönland sowie militärische Maßnahmen in Venezuela bei mehreren europäischen Partnern für Unruhe gesorgt haben. Gleichwohl machte Wadephul deutlich, dass Berlin auf Dialog statt Konfrontation setzt.

Bei seinem für Montag geplanten Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio will Wadephul nach eigenen Angaben bestehende „Meinungsverschiedenheiten“ offen ansprechen. „Wo es unterschiedliche Auffassungen gibt, wollen wir diese durch Dialog klären, um unserer gemeinsamen Verantwortung für Frieden und Sicherheit gerecht zu werden“, sagte er.

Auf dem Weg nach Washington legt der Außenminister am Sonntag zunächst einen Zwischenstopp in Island ein. In Reykjavík ist ein Treffen mit seinem isländischen Amtskollegen vorgesehen, bei dem Fragen der arktischen Sicherheit im Mittelpunkt stehen – ein Thema, das angesichts der geopolitischen Entwicklungen in der Arktis zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Später am Montag will Wadephul zudem mit UN-Generalsekretär António Guterres zusammentreffen. Damit unterstreicht Deutschland seinen Anspruch, internationale Zusammenarbeit und die Achtung des Völkerrechts zu den Grundpfeilern seiner Außenpolitik zu zählen. „Zur Verlässlichkeit Deutschlands als internationaler Partner gehört klar das Bekenntnis zum internationalen Recht und zur multilateralen Zusammenarbeit“, sagte Wadephul.

Die Reise nach Washington gilt als wichtiger diplomatischer Moment, in dem beide Partner bemüht sind, bestehende Differenzen zu überbrücken und gleichzeitig die Stärke einer jahrzehntelangen transatlantischen Partnerschaft zu bewahren. Foto-Olaf Kosinsky, Wikimedia commons.