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Seit der Einführung im Jahr 2017 haben bis 2023 über 28.000 Menschen das Modell der Wiedereingliederungsteilzeit genutzt. Dieses Modell richtet sich an Personen, die nach einer schweren

Erkrankung noch nicht bereit für eine Rückkehr in den Vollzeitjob sind. Sie können damit für maximal sechs Monate eine Teilzeitbeschäftigung mit ihrem Arbeitgeber vereinbaren.

Laut einer heute vorgestellten Evaluierung der Statistik Austria waren drei Viertel der Teilnehmenden fünf Jahre nach dem Ende der Maßnahme weiterhin berufstätig.

Stufenweiser Wiedereinstieg nach Krankheit

Nach einer längeren schweren Erkrankung ist eine sofortige Rückkehr in den Vollzeitjob oft nicht machbar. Deshalb wurde 2017 gesetzlich die Möglichkeit geschaffen, nach mindestens sechs Wochen ununterbrochenem Krankenstand eine Wiedereingliederungsteilzeit zu vereinbaren – für mindestens einen und höchstens sechs Monate. Eine einmalige Verlängerung um ein bis drei Monate ist möglich. Der Arbeitgeber zahlt nur die tatsächlich geleistete Arbeitszeit, die Differenz übernimmt die Krankenkasse.

Psychische Erkrankungen an erster Stelle

Etwa 70 Prozent der Personen, die vor ihrer Krankheit in Vollzeit gearbeitet hatten, waren ein Jahr nach der Maßnahme wieder voll berufstätig. Die häufigsten Ursachen für die Inanspruchnahme der Wiedereingliederungsteilzeit waren psychische Erkrankungen (etwa ein Drittel aller Fälle), gefolgt von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (16,5 Prozent) sowie Krebserkrankungen (rund zwölf Prozent).

Diagnose hat kaum Einfluss auf Arbeitsverbleib

Die Art der Erkrankung beeinflusst laut Studie kaum, ob jemand langfristig im Berufsleben bleibt. Die Unterschiede zwischen den Diagnosegruppen sind gering. Frauen nutzten die Maßnahme häufiger als Männer (55 Prozent der Betroffenen waren weiblich). Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zwischen 45 und 54 Jahre alt.

Schumann: Maßnahme sichert Einkommen

Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) betonte bei der Pressekonferenz, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Krankheitsfall Flexibilität, Unterstützung und Sicherheit brauchen. Die Wiedereingliederungsteilzeit nannte sie ein „Erfolgsprojekt“, das insbesondere zur Einkommenssicherung beitrage. Foto-Phil Whitehouse, Wikimedia commons.