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Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado ist mit dem Friedensnobelpreis 2025 ausgezeichnet worden. Damit ehrt das Nobelkomitee ihren unbeirrbaren Einsatz für

Demokratie in einem der repressivsten politischen Systeme der Welt.

Bei der Preisverkündung in Oslo sagte Jørgen Watne Frydnes, Vorsitzender des norwegischen Nobelkomitees, Machado sei „eine Schlüsselfigur, die eine einst tief gespaltene Opposition geeint hat – eine Opposition, die sich auf die gemeinsame Forderung nach freien Wahlen und einer repräsentativen Regierung verständigte.“

Frydnes lobte ihren Mut und betonte, dass Machado trotz ernster Drohungen gegen ihr Leben im Land geblieben sei. „Wenn autoritäre Herrscher die Macht ergreifen, ist es entscheidend, die mutigen Verteidiger der Freiheit anzuerkennen, die bleiben und Widerstand leisten.“

Ein Symbol des Widerstands

Machado, einst Präsidentschaftskandidatin, ist zu einem kraftvollen Symbol des Widerstands gegen Präsident Nicolás Maduro geworden.

Sie hatte geplant, bei der Wahl 2024 gegen Maduro anzutreten, wurde jedoch von der Regierung disqualifiziert. An ihrer Stelle trat Edmundo González, ein politischer Neuling, als Kandidat der Opposition an.

Die Wahl war geprägt von Repression, Massenverhaftungen und glaubwürdigen Berichten über Menschenrechtsverletzungen. Trotz weit verbreiteter Überzeugung, dass die Opposition mit großem Vorsprung gewonnen hatte, erklärte der von Maduro kontrollierte Nationale Wahlrat ihn zum Sieger.

Diese Entscheidung löste landesweite Proteste aus, bei denen mehr als 20 Menschen getötet wurden und die diplomatischen Beziehungen Venezuelas zu mehreren Ländern – darunter Argentinien – abbrachen.

Seit Januar ist Machado nicht mehr öffentlich aufgetreten. Gegen González erließ die Regierung einen Haftbefehl; er floh später nach Spanien, wo ihm Asyl gewährt wurde.

Globale Reaktionen und Kontext

Vor der Bekanntgabe kursierten zahlreiche Spekulationen über mögliche Preisträger – darunter überraschenderweise auch US-Präsident Donald Trump, nachdem sein Plan für eine Waffenruhe im Gazastreifen Zustimmung gefunden hatte.

Das Nobelkomitee entschied sich jedoch, eine Basisaktivistin für Freiheit und Demokratie zu ehren.

Der Friedensnobelpreis würdigt traditionell Menschen oder Organisationen, die still, beharrlich und mutig für Frieden und Menschenrechte eintreten. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an Nihon Hidankyo, eine japanische Organisation von Überlebenden der Atombombenabwürfe, die sich seit Jahrzehnten für das Verbot von Atomwaffen einsetzt.

Der Friedensnobelpreis ist die einzige der Nobel-Auszeichnungen, die in Oslo, Norwegen, und nicht in Stockholm, Schweden, verliehen wird – eine Tradition, die auf das Testament von Alfred Nobel zurückgeht. Foto-World Economic Forum/(Photo by Bel Pedrosa), Wikimedia commons.